Grundschule Altdorf:
Wir brauchen ein Gesamtkonzept!

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Die Grundschule Altdorf ist in die Jahre gekommen. Am schlimmsten ist der Zustand der Turnhalle, sie wird deswegen auch neu gebaut. Damit während der Bauzeit kein Sportunterricht ausfallen muss, wird die neue Halle richtigerweise auf dem Verkehrs-/Fahrradübungsplatz an der Grundschule gebaut. Aber die Schule ist außerdem nicht barrierefrei, die Mittagsbetreuung ist zu klein, es gibt keine ausreichend große Aula, die Toiletten sind uralt, die Klassenzimmer sind zu klein und zu wenig und es fehlen mehrere Fachräume.

Die Stadt plant in den kommenden Jahren, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Grundschule zu investieren. Aber leider gibt es kein Gesamtkonzept. Statt in Einzelmaßnahmen Teile der Schule zu sanieren und zu modernisieren, sollte man einen Neubau der gesamten Schule erwägen. Dafür gibt es viele gute Gründe.

Gute Gründe für eine neue, zukunftsfähige Grundschule

Der Spruch ist platt, aber Kinder sind unsere Zukunft. Dass unsere Kinder ihre Schullaufbahn in Altdorf unter hervorragenden Bedingungen starten können, sollte eines unserer obersten Ziele sein. Es ist in unserem Interesse, dass wir diese Bedingungen für Altdorfer Familien und Kinder schaffen, auch wenn es viel Geld kostet. In der Vergangenheit wurde die Grundschule aus meiner Sicht von der Politik eher als Kostenfaktor als als wichtige Säule unserer Gesellschaft betrachtet, was auch der aktuelle Zustand der Schule belegt. Das sollte sich grundlegend ändern.

Außerdem ist die Qualität einer Grundschule ein sehr wichtiger Standortfaktor. Besonders bei jungen Familien, die z.B. aus Nürnberg aufs Land ziehen möchten, weil die Bedingungen dort für Kinder besser sind als in der Großstadt, aber auch bei Familien, die berufsbedingt aus anderen Regionen Richtung Nürnberg kommen, spielt die Grundschule eine große Rolle bei der Wahl des Wohnorts. Altdorf konkurriert hier mit den anderen Städten und Gemeinden in Nürnbergs Umland. Wir sind in vielen Bereichen gut aufgestellt, bei der Grundschule ist aber noch viel Potential.

Deswegen sollten wir uns das Ziel setzen, in Altdorf nicht nur die größte, sondern auch die großartigste Grundschule des Nürnberger Landes zu haben! Dazu sollten wir eine Initiative starten und alle relevanten Akteure an einen Tisch holen. Schulleitung und Lehrer (auch der Mittelschule und des Leibniz Gymnasiums!), Eltern, Sportvereine, Stadtrat und Stadtverwaltung, Architekten, interessierte Bürger und auch Schüler(!) sollten einen Arbeitskreis bilden, um ein Konzept für eine neue, großartige Altdorfer Grundschule zu erschaffen. Dazu sollte man sich auch die besten Grundschulen des Landes ansehen und aus deren Erfahrungen lernen. Schulleiterin Carola Stöhr und Konrektorin Julia Bleimann, die seit dem Schuljahr 2016/17 die Grundschule Altdorf leiten und schon sehr viel bewegt haben, stehen einer solchen Initiative sehr positiv gegenüber.

Der Zeitpunkt ist günstig. Da die Sporthalle auf dem Gelände des Fahrradübungsplatzes neu gebaut wird, besteht die Möglichkeit, die Schule Schritt für Schritt im laufenden Betrieb neu zu bauen. Nach dem Neubau der Sporthalle könnte auf der Fläche der alten Sporthalle ein neues Schulgebäude entstehen. Die vorhandenen Flächen werden dabei während der Bauphase nicht beeinträchtigt.

Erst eine Gesamtkonzeption, dann Entscheidungen

Aber das alles macht nur Sinn, wenn eine Gesamtkonzeption erstellt wird, BEVOR Entscheidungen zu Einzelprojekten (wie z.B. zur Sporthalle) getroffen werden und Fakten geschaffen werden. Dann könnte sich nämlich z.B. herausstellen, dass für Schule und Vereine eine normale Sporthalle plus eine neue schöne Aula für Veranstaltungen der Grundschule und der Musikschule besser geeignet sind, als eine Mehrzwecksporthalle. In einer neuen größeren Aula könnten Bühnenaufbauten und -dekoration, Licht- und Tontechnik usw. auch mehrere Tage stehen bleiben, ohne die Sporthalle damit zu blockieren. Und natürlich wäre die Atmosphäre dort sicher erheblich schöner als in einer Sporthalle. Außerdem könnte sie als Innenpausenhof bei schlechtem Wetter genutzt werden und ein integrierter Bereich für den von vielen Schülern gewünschten Pausenverkauf könnte als Bewirtungsbereich für Schulveranstaltungen und größere Sportveranstaltungen in der Sporthalle dienen.

Bei einem Neubau der Grundschule sollte auch die Entwicklung der Bevölkerung berücksichtigt werden. Wir wünschen uns für Altdorf ein moderates Wachstum vor allem mit mehr jungen Familien. Die Kapazität der Grundschule muss darauf ausgelegt sein, sie ist aktuell schon zu niedrig.

Leider hat der Stadtrat inzwischen schon die Planung einer Mehrzweckhalle beschlossen, ohne den genauen Bedarf dafür zu prüfen, ohne ein Konzept für die Grundschule zu erstellen und ohne die betroffenen Akteure zu befragen. Selbst die Schulleitung erfuhr von dieser Entscheidung aus der Presse. Ich befürchte, dass hier wieder Entscheidungen getroffen werden, die wir später bereuen wie z.B. beim neuen Kulturtreff (alte Stadthalle). Wir sollten bei dem hochwichtigen Projekt Grundschule Altdorf diese Fehler vermeiden und durch breite Beteiligung zu einer besseren und auch akzeptierten Lösung kommen. Dieses Mal sollten wir es richtig machen!

Unser Ziel: eine zukunftsfähige neue Grundschule für Altdorf!

Wir Freie Demokraten möchten diesen Prozess anstoßen. Die Themen Bildung und Bürgerbeteiligung sind für uns besonders wichtige Punkte und wir bringen unseren Enthusiasmus dafür gern ein. Vielleicht gelingt es uns, beim Projekt „Großartige Grundschule für Altdorf“ eine Aufbruchstimmung zu erzeugen und viele Altdorfer zur Mitwirkung zu animieren. Die Schule könnte (auch architektonisch!) ein Highlight in Altdorf werden, auf das wir stolz sein können! Das wäre schön!

Altdorf kann mehr.

Christian Lamprecht

 

Nachträgliche Ergänzung:
Die Diskussion des Themas bei Facebook hat auch wieder die Frage nach einer Realschule Altdorf aufgeworfen. Diese würde natürlich perfekt zum „Schulzentrum“ Mittelschule und Leibniz Gymnasium passen und den Standort Altdorf weiter aufwerten. Wahrscheinlich wären die überquellenden Realschulen in Feucht und Neumarkt auch nicht unglücklich, wenn es eine Alternative in Altdorf gäbe.

 

 

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